Flexible Bedienungsformen bei Autokraft
Schleswig-Holstein weist als Flächenland eine im Bundesvergleich unterdurchschnittliche Bevölkerungsdichte auf. Lediglich um die vier kreisfreien Städte sowie in der Metropolregion Hamburg bestehen nennenswerte Siedlungsverdichtungen. In einem derartigen Umfeld ist das Aufrechterhalten eines leistungsfähigen und attraktiven ÖPNV-Angebotes eine große Herausforderung. Die Autokraft engagiert sich hier seit vielen Jahren landesweit durch den Einsatz verschiedener flexibler Bedienungsmodelle, um das bestehende Buslinienangebot insbesondere in nachfrageschwächeren Zeiten in der Fläche zu ergänzen. Hierdurch wird ein entscheidender Beitrag dazu geleistet, dass in Schleswig-Holstein verkehrlich voraus gedacht wird. Folgende verschiedene Systeme kommen dabei in Schleswig-Holstein zum Einsatz:
Als Ersatz für Busse verkehren auf vielen Linien am Abend oder am Wochenende Linientaxen und Kleinbusse im Auftrag der Autokraft. Dem Fahrgast wird dies durch einen entsprechenden Hinweis im Fahrplan angezeigt. Ansonsten bestehen keine Unterschiede zur Busbedienung. Für die Nutzung der Linientaxen gelten die gleichen Tarife wie im Bus.
Ist die Nachfrage zeitlich und räumlich nur unregelmäßig vorhanden, d. h. Fahrgäste aus verschiedenen Orten wollen die Busverbindung seltener und zu verschiedenen Zeiten nutzen, werden Anruf-Linien-Taxen oder FlexiBusse eingesetzt. Diese bedienen die jeweilige Linie nur, wenn der Fahrgast vorab persönlich beim Fahrer oder telefonisch in einer Buchungszentrale seinen Fahrtwunsch für diese Buslinie angemeldet hat. Auch diese Angebote können zu den Tarifen der jeweiligen Verkehrsgemeinschaft oder des Verkehrsverbundes genutzt werden.
Das Anruf-Sammel-Taxi (A.S.T.) und der AnrufBus setzen auf noch mehr Flexibilität: Der Fahrgast meldet seinen Fahrtwunsch ebenfalls im voraus an und bestellt sich "sein" A.S.T. zu einer im Fahrplan vorgegebenen Zeit an die gewünschte A.S.T.-Haltestelle. Die Fahrt erfolgt dann aber nicht auf einem im Fahrplan festgelegten Linienweg sondern das Fahrzeug fährt nur die notwendige Strecke. Der Fahrgast kann an einem von ihm genannten Punkt innerhalb des A.S.T.-Bedienungsgebietes (in der Regel eine Stadt oder Gemeinde) aussteigen; man nennt dies "Haustürbedienung". Beim AnrufBus erfolgt abweichend zum A.S.T. auch der Einstieg an einer vom Fahrgast im Bedienungsgebiet angegebenen "Haustür". Beide Systeme weichen von der starren Linienbedienung zugunsten einer flexibleren Flächenbedienung ab und sind daher vor allem in sehr dünn besiedelten Gebieten äußerst sinnvoll. Da der Fahrgast einen durch die Haustürbedienung entstehenden höheren Komfort im Vergleich zur Busbedienung genießen kann, liegen die Fahrpreise des A.S.T. und des AnrufBusses leicht über den Bustarifen.
Die Autokraft betreut in Schleswig-Holstein derzeit drei Bürgerbusvereine in Sievershütten, im östlichen Kreis Segeberg und auf der Insel Fehmarn. Der Bürgerbus ist ein Kleinbus, der von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern, die in einem Bürgerbusverein organisiert sind, gefahren wird. Bürgerbusse verkehren wie eine normale Buslinie nach einem festgelegten Fahrplan zu den örtlich geltenden Tarifangeboten mit i.d.R. eingeschränktem Fahrkartenangebot. Die Bürgerinnen und Bürger organisieren damit in Gemeinden, in denen kein Buslinienangebot außerhalb der Schülerbeförderung besteht, eine eigene Buslinie für den Versorgungsverkehr.
